Frau Schnabel sinniert, schimpft, schnaubt und singt

Frau Schnabel sinniert, schimpft, schnaubt und singt

Bevor ich mit den Wölfen heule – von Reinhard Mey

Also…

das hier gezeigte Medikament ist bereits vorhanden und kann fast der ganzen Menschheit verabreicht werden. Das schrecklichste Virus hat uns bereits erfasst: Dumpfheit und Gier.

Wer sich nicht traut, seine eigene Stimme zu erheben, die oder der kann ja singen.
Warum schreibe ich das?
Es hat sich in der letzten Zeit durch die besondere Situation in der wir uns weltweit befinden, Einiges polarisiert. Das ist auch gut so finde ich, weil sich dann auch Haltungen herauskristallisieren können.
Schubidu und fadenscheinige Freundlichkeiten sind over.

Encounter ist angesagt, was natürlich für Ungeübte kaum zu verdauen ist.
Eine feine, zarte, musikalische Annäherung an das eigene Denken hat Reinhard Mey geschaffen.Ich finde, es lohnt sich, es zu singen. Das Lied heißt:

Bevor ich mit den Wölfen heule

Bevor ich mit den Wölfen heule
werd ich lieber harzig, warzig grau
Verwandele ich mich in eine Eule
oder vielleicht in eine grau Sau

Ich laufe nicht mit dem Rudel
Ich schwimme nicht mit im Strudel
Ich hab noch nie auf Befehl gebellt
Ich lasse mir nichts verhunzen
Ich will nach Belieben grunzen
Im Alleingang, wie es mir gefällt
Ich will in keinem Haufen raufen
Lass mich mit keinem Verein ein

Rechnet nicht mit mir beim Fahnenschwenken
Ganz gleich, welcher Farbe sie auch seien
Ich bin noch imstand´allein zu denken
Und verkneif mir das Parolenschrei´n

Und mir fehlt, um öde Phrasen
Abgedroschen, aufgeblasen
Nachzubeten, jede Spur von Lust
Und es passt, was ich mir denke
Auch wenn ich mich sehr beschränke
Nicht auf einen Knopf an meiner Brust
Ich will in keinem Haufen raufen
Lass mich mit keinem Verein ein

Bevor ich trommle und im Marschtakt singe
Blökend mit den Schafen mitmarschier
Gescheh´n noch viele ungescheh´ne Dinge
Wenn ich mir je gefall als Herdentier

Und so nehm ich zur Devise
Keine andere als diese
Wo schon zwei sind, kann kein Dritter sein
Ich sing weiter ad libitum
Ich marschier verkehrt herum
Und ich lieb dich weiterhin allein
Ich will in keinem Haufen raufen
Lass mich mit keinem Verein ein

Erinnert euch daran, sie waren zwölfe
den dreizehnten, den haben sie eiskalt
Verraten und verhökert an die Wölfe
Man merke, im Verein wird keiner alt

Worum es geht, ist mir schnuppe
Mehr als zwei sind eine Gruppe
Jeder Dritte hat ein and´res Ziel
Und nagelt mit Engelsmiene bei
den einen auf die Schiene
Nein, bei drei´n ist einer schon zu viel
Ich will in keinen Haufen raufen
Lass mich mit keinem Verein ein.

Nee!

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